Kathy Acker war eine US-amerikanische Schriftstellerin. Sie wurde vermutlich 1945 in New York geboren und starb im Jahre 1997 mit nur 52 Jahren an Krebs.
Ihr erstes literarisches Werk hieß Black Tarantula. Unter diesem Pseudonym trat Kathy Acker zuweilen auch auf. Sie begeisterte sich für die Arbeiten von William S. Burroughs und für die Ideen und Texte des Antipsychiaters Ronald D. Laing.
Kathy Ackers Ruf als Queen of Punk beruhte einerseits auf formalen und inhaltlichen Schwerpunkten ihrer literarischen Arbeit, andererseits aber auch auf der Stilisierung ihrer Person.
Direkte Sprache und ihr Interesse für die Themen Sexualität und Liebe brachten ihr Buch mit dem deutschen Titel Harte Mädchen weinen nicht (englischer Originaltitel: Blood and Guts in High School) im Jahr 1978 vor die deutsche Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften. Das Buch wurde gekürzt und 1991 neu aufgelegt, da ein indiziertes Werk weder beworben noch Minderjährigen zugänglich gemacht werden darf.
Im Jahr 1997 erschien die Übersetzung von Kathy Ackers Buch unter dem Titel Pussy König der Piraten. Das Buch ist die Geschichte von Piratinnen auf der Suche nach einem legendären Schatz, der ihrem Piratinnendasein so etwas wie Sinn gibt und ihnen andererseits die Freiheit gibt, etwas anderes als Piratinnen zu sein. Wie in vielen ihrer Bücher treten darin historische, mythische und reale Personen auf wie etwa Antonin Artaud, Antigone und König Kreon.
Mit der Band Mekons nahm Kathy Acker eine CD auf, die den gleichen Titel wie das Buch trägt. Eine weitere CD von Kathy Acker mit dem Titel Redoing Childhood erschien im Jahr 1999.
Durch ihr literarisches Werk ziehen sich Bruchstücke ihrer Autobiografie. Da sie bewusst auch Bruchstücke anderer Texte anderer Autoren und Autorinnen verwendete, kam sie auch mit dem Urheberrecht in Konflikt. Der Bestsellerautor Harold Robbins verklagte sie wegen Verwendung einiger Passagen. Über ihre Ideen zum Urheberrecht schrieb Kathy Acker u.a. in ihrem Buch Ultra Light - Last Minute, das 1990 im Merve Verlag erschienen ist. Ihrer Vorstellung nach sollten die Werke aller Kunstschaffenden anderen Kunstschaffenden zur Kommunikation zur Verfügung stehen und sie trat für "Plagiarismus" als Kunstform ein.
Trotz ihrer ambivalenten Gefühle den akademischen Bildungsinstitutionen gegenüber arbeitete sich Kathy Acker einige Jahre als Literaturdozentin in San Francisco.
Übersetzte Werke von Kathy Acker (Auswahl):
Harte Mädchen weinen nicht, München 1985 (indiziert, gekürzte Neuauflage 1991)
Mein Tod mein Leben - Die Geschichte des Pier Paolo Pasolini, München 1987
Petra Nachbaur: Smile, Baby! Puzzle! Eine Untersuchung zum experimentell-postmodernen weiblichen Schreiben unter besonderer Berücksichtigung der Arbeit von Kathy Acker, Diplomarbeit, Innsbruck 1995
Ein Interview mit Kathy Acker findet sich in:
Angry Women, Die weibliche Seite der Avantgarde, Hannibal Verlag 1997
Über Das Sexuelle, die Frauen und die Kunst vgl. das gleichnamige Buch, herausgegeben von Karin Rick, Tübingen o.J. - Das Symposium zum Thema fand 1987 in Wien statt.
Im Frühjahr 1998 erschien in der Zeitung Lettre International Nr. 90 ein Auszug aus Kathy Ackers Text Orpheus in der Unterwelt.
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