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Abtei Mariawald

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Die Abtei Mariawald ist ein Kloster des Ordens der Zisterzienser der Strengeren Observanz (OCSO), allgemein Trappisten genannt. Es liegt oberhalb des Ortes Heimbach (Eifel) im Waldgebiet des Kermeter-Berges.


Inhaltsverzeichnis


1 Geschichte

2 Leben

3 Tochterklöster

4 Tätigkeitsbereiche

5 Literatur

6 Weblinks


Geschichte

Die Geschichte der Abtei Mariawald wurzelt in der Aufstellung einer Pieta im Wald bei Heimbach. 1470 kaufte der Heimbacher Strohdachdecker Heinrich Fluitter eine Pieta und stellte sie in einem hohlen Baumstamm zur Verehrung auf. Dieser Platz erwies sich jedoch als zu einsam, sodass Fluitter eine hölzerne Kapelle an einer Wegkreuzung baute und die Pieta dort aufstellte. Als immer mehr Pilger zur Pieta kamen, baute sich Fluitter eine Zelle an die Kapelle an und betreute von dort aus bis zu seinem Tod die Pilgerstätte.


1479 ersetzte der Heimbacher Pfarrer Johann Daum die Kapelle durch eine hölzerne Kirche und bat die Zisterzienser von Bottenbroich um Hilfe bei der Wallfahrtsbetreuung. Mit Urkunde 10. November 1480 schenkte Pfarrer Daum die Kirche mit der Pieta dem Zisterzienserorden, der dort mit dem Bau eines Klosters began. Am 12. September 1481 wurde die Kirche geweiht. Am 4. April 1486 bezog die erste Mönchsgemeinde das neu errichtete Kloster, sodass dieser Tag als Gründungsdatum der Abtei gilt, die den Namen Nemus Mariae (Mariawald) erhielt. 1494 wurde begonnen, die hölzerne Kirche durch einen Steinbau zu erstetzen. 1539 wurde die neue steinerne Kirche geweiht.


Die folgenden hundert Jahre waren eine schwierige Zeit für das Kloster. Wie auch die übrige Bevölkerung hatte die Abtei unter diversen Kriegen, insbesondere dem Dreißigjährigen Krieg, zu leiden. Danach begann eine Phase der Ruhe und guten Entwicklung des klösterlichen Lebens, die mit dem Ausbruch der Französischen Revolution wieder endete. Als 1794 die französische Revolutionsarmee linksrheinische Gebiete besetzte, kam auch die Abtei unter französische Herrschaft. Am 2. April 1795 wurde das Kloster aufgehoben und Land und Inventar versteigert. Die Pieta von Mariawald wurde 1804 in die Heimbacher Pfarrkirche gebracht, wo sie bis heute steht.


1860 kaufte Ephrem van der Meulen, Abt des Trappistenklosters Ölenberg (Elsaß), das Klostergut. Im Februar 1861 kam zwei Brüdermönche von Ölenberg nach Mariawald und beganen mit der Wiederaufbau der Klosteranlage. Im April 1862 wurde das reguläre Klosterleben wieder aufgenommen. Beendet werden konnte der Wideraufbau des Klosters erst 1891, da die Aufbauarbeiten durch den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und den Kulturkampf unterbrochen wurden. Zwar mussten die Mönche von September 1875 bis zum 18. Oktober 1887 das Kloster verlassen, durch den preußischen Staat enteignet werden konnte das Kloster aber nicht, da immer noch Ephrem van der Meulen als Eigentümer des Klostergutes eingetragen war.


Am 29. September 1909 wurde Mariawald zur Abtei erhoben. Im Ersten Weltkrieg wurden 33 Mönche der Abtei zum Kriegsdient eingezogen. Drei von ihnen verstarben während des Krieges. Wie auch der übrigen Bevölkerung machte die schwierige Nachkriegszeit der Abtei zu schaffen. Erneute Beeinträchtigungen des Klosterlebens bis hin zu Auflösung mussten die Mönche von Mariawlad während der nationalsozialistischen Herrschaft hinnehemen. Während des Baus des Westwalls wurden Bauarbeiter im Kloster einquartiert. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden einige Mönche zum Kriegsdienst eingezogen. Teilweise wurden Mönche von der Gestapo verhaftet. Am 21. Juni 1941 schließlich wurde das Kloster wegen "staatsfeindlicher Aktivitäten" aufgelöst. Die Patres mussten das Kloster verlassen, die Brudermönche wurden als Arbeiter in der Landwirtschaft des zum Gemeindegut gemachten aufgelösten Klosters eingesetzt. Als im Herbst 1944 die Front in die Nähe des Klosters rückte, wurde im Kloster ein Feldlazarett eingerichtet. 419 Soldaten starben während ihres Aufenthalts im Feldlazarett. Sie sind auf dem Soldatenfriedhof Mariawald in der Nähe des Klosters beerdigt. Im Februar 1945 wurde die Entfernung des Klosters zur Front größer, sodass das Feldlazarett aufgelöst wurde. Die noch auf dem Gelände verbliebenen Brüdermönche wurden vertrieben. So standen die Gebäude einige Zeit leer. Am 28. April 1945 nahm Pater Christopherus Elsen das Kloster wieder in Besitz. Der Abt von Ölenberg hatte ihn zuvor zum Superior ernannt. Pater Christopherus nahm Kontakt zu den vertriebenen Mönchen auf, die sich größenteils wieder im Kloster einfanden. Jedoch sind während des Krieges drei Mönche gefallen und vier blieben vermisst. Außerdem sind einige Patres in der Verbannung gestorben. Erneut wurde das Kloster wiederaufgebaut. Im Dezember 1946 wurde Christopherus Elsen zum Abt gwählt.


Die Beseitigung der Kriegsschäden dauerte bis 1959. 1962 bis 1964 wurde die Klosterkirche renoviert und den liturgischen Änderungen des Zweiten Vatikanischen Konzils angepasst.


Heute ist Mariawald das einzige Trappistenkloster in Deutschland. 2004 leben dort ca. 20 Mönche unter Abt Bruno Gooskens.


Leben

Die Mönche leben nach der Regula Benedicti, der Mönchsregel des Heiligen Benedikt von Nursia, und den Konstitutionen des Ordens der Zisterzienser Strengerer Observanz. Sie führen ein kontemplatives Leben mit strenger Klausur. In der Regel nehmen sie außerhalb des Klosters keine Seelsorgsaufgaben wahr. Traditionell bestimmen Gebet, Lesung und körperliche Arbeit den Tagesrhytmus der Mönche. Siebenmal am Tag, von 4.15 Uhr bis zur Nachtruhe um 20.00 Uhr, vollziehen die Mönche das Stundengebet in der Abteikirche, an dem auch Gäste von den Besucherbänken aus teilnehmen können. Die geistliche Lesung soll die Gedanken sammeln und auf Gott lenken. Durch ihre körperliche Arbeit solidarisieren sich die Mönche nicht nur mit den einfachen Menschen, die durch körperliche Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen und die daher oft hart auf ihnen lastet. Die körperliche Arbeit gibt dem geistlichen Leben der Mönche auch die nötige Ausgewogenheit. Einen wichtigen Platz im Leben der Mönche nimmt die Marienverehrung ein. So beginnen die einzelnen Gebetszeiten mit einer marianischen Antiphon. Die Komplet wird mit dem Salve Regina geschlossen.


Tochterklöster

Die Abtei Mariawald hat zwei Tochterklöster:


1869 gründete der Marienwalder Mönch Franz Pfanner bei Banja Luka im damaligen Osmanischen Reich, im heutigen Bosnien-Herzegowina das Kloster Mariastern.


Ebenfalls von Franz Pfanner gegründet wurde das Missionskloster Mariannhill (http://www.mariannhill.de) in Südafrika, das 1909 vom Trappistenorden getrennt und zum Mutterhaus der Mariennhiller Missionare wurde.


1952/1953 gründete die Abtei zusammen mit dem niederländischen Trappistinnenkloster Koningsoord die Trappistinnenabtei Maria Frieden (http://www.trappistinnen-maria-frieden.de) in Dahlem.


Tätigkeitsbereiche

Das Kloster betreibt eine gut besuchte Ausflugsgaststätte, in der es die beliebte Marienwalder Erbsensuppe gibt. Zur Abtei gehört außerdem eine Buch- und Kunsthandlung. Mariawald ist bekannt für den Marienwalder Trappisten-Abtei-Tropfen, einen Kräuterlikör. Besucher können im Gästehaus der Abtei einige Tage verbringen.


Literatur

  • Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.), Abtei Mariawald auf dem Kermeter in Heimbach (Eifel) (Rheinische Kunststätten 415) Neuss 1994 ISBN_3-880-947899


Weblinks



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