Richard Abegg ist der Sohn des Geheimen Admiralitätsrats Wilhelm Abegg und Margarete Friedenthal. Nach dem Schulbesuch des Wilhelmgymnasiums in Berlin immatrikuliert sich Abegg an der Universität Kiel für das Fach Physikalische Chemie. Später wechselt er nach Tübingen und Berlin. Dort promoviert er am 19. Juli1891 bei Professor August Wilhelm von Hofmann mit der Arbeit Über das Chrysen und seine Derivate. Als Assistent der Professoren Wilhelm Ostwald (Leipzig), Svante Arrhenius (Stockholm) und Walther Nernst (Göttingen).
1899 wird Abegg Privatdozent und Leiter des Chemischen Instituts in Breslau. Ein Jahr später habilitiert er sich als a.o. Prof. an der Universität. Clara Immerwahr studiert und promoviert bei ihm. 1909 wird o. Prof. an der TH Breslau. Zusammen mit seinem Kollegen Guido Bodländer veröffentlicht er in diesen Jahren Die Elektroaffinität, ein neues Prinzip der anorganischen Chemie.
Abegg beschäftigt sich auch mit Photographie und Luftschifffahrt. Bei einer Ausfahrt mit dem Ballon Schlesien geschieht ein Unglück. Beim Landen werden die Mitfahrer aus dem Ballon geschleudert, der Ballon mit Abegg reißt sich los und stürzt dann aus großer Höhe ab. Abegg erliegt noch am selben Tag seinen schweren Sturzverletzungen.
Ab 1901 ist Abegg auch als Redakteur für die Zeitschrift für Elektrochemie tätig.
Abegg führte den Begriff der Elektroaffinität in die Chemie ein und legte die Grundlage für das Handbuch der Anorganischen Chemie (1905-1939).
1904 stellte Abegg die Valenzregel auf, nach der die höchste positive und höchste negative Elektrovalenz eines Elements zusammen die Zahl 8 ergeben. Sie wird auch Abegg'sche Regel genannt.
Werke
Über das Chrysen und seine Derivate. - Berlin : Schade, 1891
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