Edith Abbott studierte an der Universität von Chicago Ökonomie und unde 1905promoviert. An der Chicago School of Civics and Philanthrophy wurde sie 1908 Assistentin von Sophonisba Breckridge. Gemeinsam mit ihrer Schwester Grace zog sie in die von Jane Addams in den 1880er Jahren gegründete Wohlfahrtseinrichtung Hull House. Beide Schwestern waren überzeugt: Nicht nur die erniedrigenden Armengesetze müssten abgeschafft werden, sondern die Armut selbst.
Nach ihrer Promotion begab sich Abbott auf eine Europareise und verbrachte einige Zeit an der London School of Economics. Dort lernte sie auch Beatrice und Sidney Webb und ihre Ideen kennen.
In den 1920er Jahren wurde die School of Civics and Philanthrophy in die Universität Chicago eingegliedert und hiess fortan School of Social Service Administration. Edith Abbott wurde Dekanin der Schule und übte diese Tätigkeit von 1924 bis 1942 aus. In dieser Funktion bildete sie zukünftige Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter nicht nur praktisch aus sondern vermittelte ihnen auch ein universitäres Grundwissen in Politologie, Volkswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften, Medizin, Psychologie, Soziologie, Arbeitsprobleme und Arbeitsrecht sowie Immmigrationsstudien und Staatskunde. Die auf diese Weise ausgebildeten SozialarbeiterInnen könnten, so war sie überzeugt, nicht nur die Symptome der Gesellschaft behandeln sondern hätten auch die Fähigkeiten, den Regierenden wissenschaftlich untermauerte Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten.
Gemeinsam mit Breckridge und ihrer Schwester Grace gründete Edith Abbott 1927 die sozialwissenschaftliche Zeitschrift Social Service Review.
Edith Abbott zog sich 1953 mit 76 Jahren aus dem Berufsleben zurück, war jedoch weiterhin als Herausgeberin der Social Service Review tätig. Sie starb 1957 an einer Lungenentzündung.
Literatur
Lela B. Costin: Two Sisters for Social Justice: A Biography of Grace and Edith Abbott. University of Illinois Press, 2003. ISBN_0252071557
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