New York Film Critics Award (Bester Film, Bester Regisseur)
Vier Oscarnominierungen (Bester Film, Regie, Schnitt und adaptiertes Drehbuch)
Handlung
Alex, welcher den ganzen Film erzählt, ist ein ausgesprochener Beethoven-Liebhaber ("Ludwig van") und Anführer einer Jugendgang. Die Gang lebt im trostlosen Vorort einer Stadt. Ihr Leben dreht sich um Gewalt an Wehrlosen, um Schlägereien mit anderen Gangs und um das Problem, auch am nächsten Tag genügend Geld zu haben. Überfälle sichern ihren Lebenswandel. Im Laufe der Zeit beginnt es in der Gruppe zu kriseln. Den anderen Mitgliedern ist die Art und Weise von Alex' Führungsstil zu autoritär. Bei einem ihrer Überfälle geschieht das längst Vorhersehbare: Das Opfer stirbt, seine Freunde lassen Alex im Stich und er wird geschnappt.
Im Gefängnis schmeichelt er sich bei der Verwaltung ein und wird als Versuchsobjekt für eine Therapie ausgewählt, welche von der Regierung als erfolgsversprechendster Versuch der Wissenschaft gefördert wird, die Resozialisierung von Kriminellen zu erreichen und so zur Entlastung der überfüllten Gefängnisse beizutragen. Die Methode gleicht einer Gehirnwäsche:
Durch ständiges Konfrontieren des Patienten mit Gewalt in Form von Filmen in Kombination mit einem verabreichten Serum, welches extremes Unbefinden auslöst, soll Gewalt und kriminelles Handeln mit der negativen Wirkung des Serums assoziiert werden. Alex wird konditioniert bei Gewalt große Übelkeit zu empfinden. Am Ende der Therapie wird Alex als geheilt entlassen. Die Auswirkungen der Therapie jedoch sind verheerend: Beim geringsten Gedanken an Gewalt wird sein Handlungs- und Urteilsvermögen durch die Auswirkungen der Therapie, akuter Brechreiz, rigoros unterdrückt. Alex wird, aufgrund seiner Reaktion, zu einem wehr- und willenlosen Menschen. Als Nebeneffekt treten diese Symptome auch beim Hören von Beethoven auf, dessen Musik während der Therapie im Hintergrund lief.
Seine Eltern wenden sich von ihm ab. Auf der Straße trifft er auf ein altes Opfer seiner Vergangenheit und seine alten Freunde, welche sich an ihm rächen. Schwer verletzt kriecht Alex zu einem Haus, nichts ahnend, dass dort ebenfalls ein weiteres seiner Opfer wohnt. Dieser nutzt die Gelegenheit und bringt Alex dazu, bei den Klängen von Beethoven, die ihn in den Wahnsinn treiben, aus dem Fenster zu springen.
Damit es noch ein Happyend gibt, passiert das folgende. Die Regierung, kurz vor den Wahlen stehend, nutzt ihrerseits die Situation aus, um mit der Heilung von Alex auf Stimmenfang zu gehen. Alex wird wieder gesund und erfreut sich seiner wiedergewonnenen Lebensweise.
Fazit
A Clockwork Orange ist ein typischer Kubrick-Film: im ersten Moment irritierend und schockierend. Kritisiert wird häufig, dass die Gewalt ästhetisiert wird (wobei die Handlung zur Zeit der Filmproduktion bereits realitätsnäher war, als das Buch zuvor).
Kubricks Ablehnung gegen das Etablierte kommt auch hier wieder zum Ausdruck, wenn er einer Regierung Machthunger und der Wissenschaft Allmacht unterstellt. Und das, obwohl er selbst als sehr autoritärer Regisseur galt.
Die Selbstverständlichkeit, die Alex in seiner Gewalttätigkeit zunächst an den Tag legt, zeigt Kubrick, in dem er von brutaler Gewalt bestimmte Szenen durch heitere Klassikmusik begleitet. Das Leid der Opfer erreicht Alex nicht im Mindesten.
Kubrick befasst sich damit, eine Kritik an totalitären Systemen zu formulieren. Am Ende des Films kann Alex allen ins Gesicht lachen. Das System, dass aus diesem Jungen einen Mörder machte, ihn dafür einsperrte, ihn durch über aller Kritik stehende Wissenschaftler wieder "Gesellschaftsfähig" machte und als psychischen Krüppel aus der Haft entließ, es funktionierte an keiner Stelle. Aber der eigentliche Kritikpunkt ist ein anderer: Alle Beteiligten sind am Ende der Auffassung, Alex sei ein Paradebeispiel dafür, dass die vorgenannten Institutionen ihre Arbeit bestens leisteten und Alex davon profitiert hätte. Keiner hat ein Auge dafür, dass genau das Gegenteil eingetreten ist.
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