Der Brief, der wahrscheinlich Ende des 1. Jahrhunderts entstanden war, laut Kümmel aber spätestens bis zum Jahr 110, variiert vor allem das Thema des rechten Glaubens und eines daraus zu entwickelnden Lebens, für das wiederum die Liebe ausschlaggebnd sei. Die Lichtmetaphorik legt den johanneischen Ursprung nahe, der nach Bultmann in der gnostischen Tendenz - oder Vorlage - des Johannes begründet erklärbar ist. Andererseits wird in 1 Joh 1,5 von Gott mit dem Licht, Joh 8,12 aber Christus derart beschrieben, was vielleicht auf eine johanneische Schule, aber verschiedene Verfasser von Brief(en) und Evangelium hinweist. Insgesamt wird der 1. Johannisbrief aber als Mahnbrief gemeint gewesen sein (vgl. 1 Joh 2,18f.; 2,26; 3,7), der sich gegen die Leugnung der Gottheit des Sohnes und sich damit gerade gegen demiurgische oder subordinative Vorstellungen richtete: Vielleicht war hier die sog. Irrlehre des in Kleinasien tätigen Kerinth oder eines Ablegers gemeint, auch wenn von Kümmel darauf verwiesen wird, dass die typischen kerinthischen Anschauungen fehlen.
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