Temperamalerei, Malerei mit Farben, deren Bindemittel wäßrige und ölige oder harzige Bindestoffe enthalten. Zu unterscheiden ist Gummi-, Ei-, Kasein-, Wachs-T., außerdem von der gewöhnlichen T. mit stumpfer, gouacheartiger Oberfläche die 'gefirnißte' T., wegen ihrer satten Tiefenlichtwirkung vom Laien leicht mit Ölmalerei zu verwechseln. Temperafarben trocknen schnell. Die Übergänge sind nicht wie in der Ölmalerei weich und kaum merkbar zu vollziehen, sondern nur mit Hilfe kleiner Striche und Punkte. Gegenüber der Ölmalerei wirkt die T. härter. Die mittelalterlichen Tafelbilder sind in aller Regel in gefirnißter T. ausgeführt. Seit dem 15. Jh. begann allmählich die Ölmalerei die T. zu verdrängen. Die angestrebten Farbwirkungen der Hochrenaissance und des Barocks waren besser in Ölfarben zu erzielen. Die Ikonenmalerei bedienst sich bis heute der Temperafarben, daneben werden sie als Plakat- und Schulfarben angeboten.
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