Stilleben 2, das niederl. S. wurde mit virtuosem Realismus gemalt, als Ausdruck profaner Sinnlichkeit, verbunden mit Motiven der Vergänglichkeit (Vanitas-S.: Totenschädel, Stundenglas, Insekten), der Diesseitigkeit (Bücher, wiss. Instrumentarien, Kostbarkeiten aus dem täglichen Leben u.ä.). In Italien war Caravaggio der Meister des S.s (daneben E. Baschenis), in Frankreich L. Baugin, in Spanien F. de Zurbarán und Fra Sanchez Cotan, in Deutschland G. Flegel und sein Schüler J. Marell. Im 18. Jh. malte der Franzose Jean-Baptiste Chardin in niederl. Tradition bürgerlich schlichte, reich kolorierte S.; sonst aber wurde im 18. und 19. Jh. dem S. keine bes. Bedeutung beigemessen. Erst die bürgerlichen Realisten und die Impressionisten (E. Manet, C. Schuch, P. Cézanne, L. Corinth) favorisierten das S., weil es die scharfe Beobachtung, das Gefühl und die Farbe miteinander verbindet und somit die Konzentration auf die bildner. Probleme erleichtert. Für die Kunst des 20. Jh. (Kubismus, Surrealismus, Neue Sachlichkeit u.a.) bildet das S. die Möglichkeit, das Verhältnis der Objektwelt zum Künstler neu darzustellen bzw. alog. Objekt-Kombinationen zu konstruieren, aber auch einen Ansatz zum Ausdruck polit. Engagements (so bei R. Guttuso u.a.).
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