Stilleben, Begriff stammt aus dem Niederländischen, ('stilleven' von A. Houbraken, Anfang des 18. Jh.); gemalte Darstellung unbewegter, toter Gegenstände in dekorativem, smbol., ästhet. oder formal-kompositor. Arrangement, zuweilen 'belebt' durch Insekten oder Menschen (als Halbfiguren) mit fließendem Übergang zu Genre, Tierstück oder Interieur; unterschieden werden Blumen-, Bücher-, Fisch-, Früchte-, Frühstücks-, Jagd-, Küchen-, Markt?, Masken-, Musikinstrumente-, Waffen- und auch abstrakte S. Stillebenhafte Motive kannte schon die altägypt., hellenist., röm. Kunst (kult. Wandbilder, Mosaike, Reliefs), so z.B. das von Peirakos (hellenist. Maler) erstellte Tafel-S. (Xenion). Zunächst als Teil größerer Werke angelegt, gewannen die S. in der abendländ. Kunst des 15. Jh. an Bedeutung (J. van Eyck, Meister von Flémalle; frühestes erhaltenes, selbständiges S. ist das Tafelbild 'Rebhuhn mit Waffen' von I. de' Barbari, 1504). In der 2. Hälfte des 16. Jh. breitete sich das S. insbes. in den Niederlanden aus (P. Aertsen, erster niederl. S.maler; L. tom Ring, J. Beuckelaer), wo es im 17. Jh. mit der durch das erstarkende Bürgertum bewirkten Spezialisierung (Blumen-, Küchen-S.) eine Blütezeit erlebte (Künstler: F. Snijders, P. de Vos, P. Potter, P. Claesz, A. van Beyeren, J. Davidsz de Heem, Willem Kalf, W.C. Heda, Jan van Huysum, W. van Aelst, J. Bruegel, Bosschaert, S. v. Hoogstraaten, W. Vaillant).
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