sozialistischer Realismus 2, der s.R., nach 1945 als Kunstdoktrin von den anderen sozialist. Staaten (insbes. Osteuropas) übernommen, hat als künstler. Methode nach histor., nationalen und ästhet. Gesichtspunkten eine gewisse Mannigfaltigkeit erreicht, er konnte sich jedoch nicht von staatlichem Druck zur Dogmatisierung und von (unterschiedlich rigider) staatlicher Bevormundung emanzipieren, obwohl viele Künstler ihn als angemessenen Ausdruck ihres sozialist. Engagements sahen, das von ihrer künstler. Arbeit nicht getrennt werden konnte. Nach Stalins Tod (1953) durften die polit.-ideolog. und method. Kriterien des s.R. mehr und mehr kritisiert werden. Prominente Maler des s.R. waren in der Sowjetunion: I.I. Brodski (*1884, +1939), A.M. Gerassimow, A.A. Deineka (*1899, +1969); als Bildhauer schuf sich I. Muchina mit pathet. Werken einen Namen. In der DDR entwickelte sich seit Ende der 60er Jahre ein spezieller Ausdruck des s.R. in den Werken von W. Sitte, B. Heisig (*1925), W. Mattheuer (*1927), W. Tübke u.a., die Einflüsse des Spätimpressionismus und der Neuen Sachlichkeit verarbeiteten oder gar (wie Tübke) Stilelemente der Renaissance und des Barock miteinbezogen. Durch zunehmend krit. Aufarbeitung des Dogmatismus des s.R. wurde die starre Bindung an die realist. Form überwunden, so daß neben bildhaft-figürlicher Allegorie auch abstrakte Bildzeichen Eingang fanden. Mit Auflösung des sozialist. Staaten- und Gesellschaftssystems in Europa endete die staatliche und doktrinäre Bevormundung der Kunst.
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