Realismus, kunsttheoret., ästhet. Kategorie, seit Renaissance und Barock zunächst auf die Nachahmung der Natur und ihre Bindung an hohe Ideale beschränkt (so noch bei Diderot), bei Goethe und den Romantikern aber schon vom reinen Abbild gelöst. R. ist auch eine kunstgeschichtliche Bez. von Strömungen, Stilelementen in unterschiedlichen Kunstepochen; konnte sich als eigenständiger stilgeschichtlicher Begriff aber nicht durchsetzen; bez. eine spezif. krit., antizipative, agitator. Einstellung zur Realität, in Abgrenzung zu ihrer idealist. Überhöhung oder bloß formalen Abbildung. Die objektive Realität (z.B. des Alltags) wird mit verschiedenen formalen Mitteln krit. abgebildet, wobei die Hauptmerkmale der abgebildeten Wirklichkeit (Proportionen, plast. Werte, Farbe, Distanzen, Licht usw.) erhalten bleiben. So wird die Darstellung der Wirklichkeit mit ihrer Interpretation verbunden. Der R. in der bildd. Kunst hängt somit von den Seh- und Darstellungsgewohnheiten der jeweiligen Epoche und des Künstlers ab.
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