Porzellan 2, eine bes. Rolle spielten auch Hausmaler, die weißes P. kauften und bemalten; sie wurden jedoch von den Manufakturen verdrängt, die an das Geheimnis der P.herstellung gekommen waren. Meißen verlor seine Monopolstellung; Manufakturen entstanden 1717 in Wien, 1720 in Venedig, 1737 in Doccia, 1743 in Neapel, 1746 in Hoechst, 1747 in Nymphenburg und Fürstenberg, 1755 in Frauenthal; in England1747 (Chelsea) und 1750 (Worcester), in Zürich 1763, Kopenhagen1766; in Frankreich existierte schon seit 1738 in Vincennes/Sèvres eine bed. Manufaktur, in Rußland seit 1744 (St. Petersburg). Die Konkurrenz der Manufakturen führte zu den P.marken, Kennzeichen in Unterglasurblau oder Preßmarken (in Meißen seit 1722); sie zeigen oft Wappen oder Initialen der jeweiligen Fürsten, in der Regel die Besitzer der Manufakturen. Höhepunkte europ. P.kunst lagen im 18. Jh.; bed. Künstler (P.-Plastik) waren J.J. Kändler (Meiben), F.A. Bustelli und J.P. Melchior (Nymphenburg); P.-Plastiken entstanden auch im Klassizismus, Jugendstil und seit Mitte des 20. Jh. P. wird zunehmend als Eßgeschirr zum allg. Gebrauchsgegenstand.
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