Paradies 1, nach der Bibel Wohnsitz der ersten Menschen; in nahezu allen Regionen Vorstellung eines seligen Ortes, in den der Mensch nach seinem Tode wieder einkehren wird. In der Malerei wurden zuerst antike Jenseitsvorstellungen aufgegriffen (wie 'lachende' Wiesen mit 'wohlriechenden' Blumen, weißgekleideten Menschen, bei Dante v.a. das in sich abgestufte P.). In der mittelalterlich-westlichen Kunst wurde das P. auch in den Zusammenhang mit der Marienkrönung gestellt. Bei Giotto (Florenz, S. Croce) musizieren Chöre der Engel im P. Der Anregung von Dantes Vision folgten solche Gemälde wie die von A. Orcagna (Florenz, S. Maria Novella) und J. Tintoretto (Venedig, Palazzo Ducale). Das P. spielt und spielte in der bildd. Kunst immer wieder seine Rolle als Motiv für menschliche Empfindungen und gesellschaftliche Vorstellungen. H. Bosch griff das Thema auf in seinem 'Garten der Lüste' (Madrid, Prado) mit seiner phantast.-skurrilen Pflanzen- und Tierwelt. In der Renaissance entwickelte sich das P.-Motiv bei S. Botticelli zum Frühling, im Barock und Rokoko zu den Liebesgärten von N. Poussin und A. Watteau.
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