niederländische Kunst 2 (Mittelalter 1), als Teil des Hl. Röm. Reiches und Frankreichs (bis 1384 Flandern) wirkte auf die mittelalterliche Kunst des niederl. Raumes der karoling. und roman. Einfluß bis zur späten Gotik. Eine eigenständige Kunst entwickelte sich erst in kleinen Ansätzen, so im landschaftlich geprägten Stil der Maasschule (zu Beginn des 12. Jh.) mit Goldschmiedekunst (Reliquiare, Schreine, Taufbecken, Kultgeräte), Steinplastik, Miniaturmalerei, Emailarbeiten. Meister der Maasschule: Reiner von Huy (Taufbecken in St. Barthélemy, Lüttich, 1117), Godefroid de Huy, Nikolaus von Verdun. Die erhaltene sakrale Architektur aus roman. und frühgot. Zeit ist niederrhein. (St. Servatius, Maastricht; Munsterkerk, Roermond) oder normann. (Kathedrale von Tournai) Kirchen nachgebaut (ähnlich: roman. Liebfrauenkirche, Maastricht; Gertrudenkirche, Nivelles; Vincenzbasilika, Soignies); got. Kirchen (Dom von Utrecht, 1254 bis ca.1517; Grote Kerk, Den Haag, 15. Jh.; Kathedrale von Antwerpen, 1352/1500) folgen frz. Kathedralbaukunst. Erst mit dem 14. Jh. bildete sich eine niederl. sakrale Architektur heraus: Westturm des Utrechter Doms (1321/1352), Turm der Kathedrale in Antwerpen (1521/1530). St. Bavo (Haarlem, ca. 1397/1400), Grote Kerk (Den Haag) zeigen schon den typ. langgestreckten Chor mit Umgang ohne Kapellenkranz.
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