merowingische Kunst, die Kunst des Frankenreiches zur Zeit der Merowingerkönige vom späten 5. Jh. bis Mitte des 8. Jh. Bei der m.K. handelt es sich nicht um eine stilgeschichtliche Einheit. Der Formenschatz entstammt weitgehend dem Mittelmeer-Raum. Er wird modifiziert durch spezif. german. Neigungen zum Ornamentalen, Koloristischen und Flächenhaften. Das doppelte Quadrat im Grundriß ist typisch für die Sakralarchitektur (St-Pierre in Vienne, 5. Jh.; Baptisterium in Poitiers, 6./7. Jh.). Von Bedeutung sind noch oktogonale Baptisterien sowie Basiliken. Kuppeltürme zw. Mittelschiff und Apsis bildeten sich dabei als merowing. Sonderform heraus (Bischofskirche in Nantes). Die Grabmalkunst (Grabstein von Niederdollendorf, 7. Jh., Bonn, Rhein. Landesmuseum), die Metallkunst (Schatz des Grabes Childerichs I.) und die Buchmalerei (z.B. der Klöster von Luxeuil und Corbie), die durch Fisch- und Vogelornamentik auffallen, wiesen ebenfalls diesen Übergangscharakter auf. Insgesamt legte damit die m.K. die Grundlagen für die karoling. und später fränk. Kunst.
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