Martini Simone, ital.Maler, *Siena zw. 1280 und 1285, +Avignon 1344, nach Giotto der bedeutendste Maler des Trecento, ging wahrscheinlich aus der Schule Duccios hervor, um 1317 nach Neapel berufen, um ein Bild zu Ehren des Bruders des Königs von Anjou, des hl. Ludwigs, zu schaffen ('Der hl. Ludwig, seinen Bruder, König Robert, krönend', 1317, Neapel, Pinacoteca). Um 1322/1326 in Assisi tätig, wo er sein Hauptwerk schuf, die Fresken der Martinskapelle in S. Francesco: 10 Darstellungen mit Szenen aus dem Leben des hl. Martin. In der Folge meist in Siena tätig, bis er 1339 nach Avignon berufen wurde, um Fresken im päpstl. Palast und in der Kathedrale auszuführen (nur Reste erhalten). - Die Kunst M.s bedeutet eine Synthese Duccios und Giottos, dessen Stil er sich zu eigen machte. Überdies war ihm die Formensprache der frz. Gotik vollkommen geläufig, so daß sein Werk einen Höhepunkt der ital. Gotik bedeutet. Im Laufe seiner Entwicklung folgt er dem Zeitstil, der zu größerer Bewegtheit und zugleich Realistik in den Einzelheiten führt. Weitere Hauptwerke: 'Maestà' (Thronende Madonna, um 1315, Siena, Palazzo Pubblico). Reiterbildnis des Guidoriccio da Fogliano (1328, ebd.). Tafelbilder: Altarwerk aus S. Caterina, Pisa (um 1320, heute Pisa, Museo Nazionale). Altarwerk in S. Agostino, Siena: Szenen aus der Legende des hl. Agostino Novello. 'Rückkehr des 12jährigen Jesus vom Tempel' (1342, Liverpool, Walker Art Gallery).
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