Malerei 2, erst mit der Renaissance kam die M. auf Leinwänden auf (im 15. Jh.), die auf Keilrahmen gespannt waren. Jetzt wurde die M. auch im nichtkult. Bereich verbreitet, die Einstellung zum normalen Leben veränderte sich, der Goldgrund wurde verdrängt. Giotto gilt als Erschaffer eines kompositionell in sich geschlossenen Tafelbildes, dessen Wirkung bis heute vorhält, ergänzt durch die seitdem erfaßte körperliche und räumliche Zentralperspektive. Nach den jeweils verwendeten Bindemitteln, die erst die Vermalbarkeit der Farben ermöglichen, kann eine weitere Unterteilung der M. vorgenommen werden. Leicht, lichtdurchlässig wirkt die auf Wasserfarben basierende Aquarellmalerei, die bei größerer Beimengung von Bindemitteln (klebende Lösungen, Emulsionen, Harzessenzen, Balsame, Öle u.a.) durch dichtere Deckfarben zur Gouache-M. (typ. kalkige Wirkung) wird; seit der Antike existiert die Tempera-M. (Künstlerfarben mit bindender Emulsion wie Ei, Öl, Leim, Kasein u.a.; bei magerer Emulsion: Wassertempera, bei fetter Emulsion: Öltempera); seit dem 17. Jh. gibt es die in den Niederlanden entstandene reine Ölmalerei, die durch Leuchtkraft und Tiefe eine verfeinerte Darstellung der Stofflichkeit ermöglicht und eine einheitliche Atmosphäre (venezian. M.) im Bild einfangen kann. Diese Malweise prägt insbes. die M. des Barock, begr. aber auch die allmähliche Verweltlichung und Ausdifferenzierung der M. in veschiedene Gattungen (Porträt, Genre, Stilleben, Landschaft). Mit der Entstehung abstrakter M. im 20. Jh. werden auch in der M. Fläche, Farbe und Linie zu autonomen Mitteln der Bildgestaltung, verbunden mit experimentellen Verfahren zur assoziativen, montageartigen, simultanen Gestaltung.
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