Malerei, Kunst der Flächengestaltung, wirkt im Gegensatz zu Plastik (Körperlichkeit) und Graphik (Helligkeit) entscheidend durch die Farbe (bei aller Bedeutung der Linie); kann flächig, räumlich-illusionistisch, perspektivisch (Licht, Schatten, Linie) wirken; gewinnt Bildhaftigkeit durch die Vielzahl der möglichen Farbkontraste und -verhältnisse; pastoser Farbauftrag kann zur reliefartigen Gestaltung führen. M. ist unterteilbar, je nach Art des Bildträgers u.a. in Wand-, Tafel-, Buchmalerei; älteste Form ist die Wandmalerei, entstanden aus Kult und Mythos (im Jungpaläolithikum) als Bemalen der Felswände; fortgesetzt als M. auf gipsgrundierten (ägypt. Kunst), kalkverputzten Wänden (griech.-etrusk., später europ., insbes. ital. Kunst), führte zur Fresko- (Renaissance), Secco- (Mischtechnik), Silikat-, Decken- und Fassadenmalerei (seit dem 17. Jh. mit Kalkkaseinfarben). Von der antiken Tafelmalerei (mobile Werke auf Tontafeln, danach Holztafeln u.ä.) sind Mumienporträts überliefert (in Wachsfarben, Enkaustik), weiterentwickelt in byzantin.|Ikonenmalerei. Im westlichen Abendland entwickelte sich neben Glas- (Hinterglas-) und Mosaikmalerei (keram. M., Email-M.) die Buchmalerei zur führenden Malweise. Seit dem 12. Jh. entstand das Altarbild als dominierende Form der Tafelmalerei, überwiegend auf Holztafeln und in Tempera mit (wie in der Ikonen- und Buchmalerei) vergoldetem Hintergrund gemalt. Buch- und Tafelmalerei dienten dadurch der Verdeutlichung geistiger Beziehungen zw. Diesseitigkeit und Jenseitigkeit in mittelalterlicher Weltanschauung.
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