Kupferstich, Tiefdruckverfahren, bei dem mittels eines Grabstichels eine Zeichnung in eine Kupferplatte geritzt wird; vermutl. im 15. Jh. in Süddeutschland entwickelt. Erste Künstlerpersönlichkeiten in Deutschland waren der Meister der Spielkarten, M. Schongauer und I. van Meckenem, in den Niederlanden der Monogrammist FVB, in Italien Maso Finiguerra, A. Mantegna und A. Pollaiuolo. Der K. erlebte seine künstler. Blüte Anfang des 16. Jh. (A. Dürer: 'Ritter, Tod und Teufel', 'Melencolia'; L. Cranach d.Ä., A. Altdorfer und die sog. Kleinmeister). Lucas van Leyden ('Jüngling mit Totenkopf', 1519) gehörte zu den herausragenden niederl. Künstlern der Zeit, in Italien waren es M. Raimondi und Agostino Carracci, in Frankreich M. Duvet und É. Delaune, im 17. Jh. dann C. Mellan ('Das Schweißtuch der Veronika', um 1650). Im 17. Jh. wurde der K. überwiegend zur Reproduktion genutzt (Landkarten, Städtebilder und die sog. Rubensstecher: L. Vorstermann, P. du Pont, gen. Pontius, Schelte a Bolswert). Nachdem sich in der Folgezeit mehr die Radierung durchgesetzt hatte, griffen erst Künstler des 20. Jh. wieder die Technik des K.s auf (P. Picasso, 'Figur', 1945).
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