Kloster (lat. claustrum, 'verschlossener Ort'), Gemeinschaft und Gemeinschaftshaus der Ordensangehörigen, Wurzel im Eremitentum des hl. Antonius d.Gr. (+356) und in den von Pachomius (+346) zusammengefaßten Ansiedlungen der Anachoreten in Tabennisi am Rande der oberägypt. Wüste; in dieser Grundform (Zusammenschluß weltab- und gottzugewandter Eremiten) in der Ostkirche erhalten (Anlageschema: an der Umfassungsmauer aneinandergereihte Einzelklausen, in der Mitte des Komplexes die Kirche); von kopt. Mönchen nach Südfrankreich verpflanzt; von hier nach Irland, nach Abzug der röm. Legionen von der Donau auch nach Süddeutschland; kraftvolle Glaubens- und Kulturzentren die Gründungen der iroschott. Mönche, bes. Columbans (K. Luxeuil in Burgund, Bobbio in Oberitalien) und seines Schülers Gallus (St. Gallen). Vorbild für das eigtl. abendländ. Klosterwesen wurde jedoch Monte Cassino, die Gründung Benedikts von Nursia um 530, dessen Regel sich auch in Süddeutschland mit dem Aufkommen der Domklöster durchsetzte. Im 11. Jh. Träger der Karolinger- und Ottonenkultur (bedeutendste Erziehungsstätten seit Karl d.Gr. die Klosterschulen); Bildungszentren, Träger der Christianisierung und Förderer der Kolonisation im Osten. Gemäß der selbstauferlegten Aufgabe, das umliegende Gebiet weithin zu kultivieren, sind die abendländ. Klöster baulich umfassender angelegt und reicher gegliedert als die Klöster des Ostens; der um den Kreuzgang konzentrierten 'Klausur', dem eigtl. Kern des K.s (Kirche; Refektorium = Speisesaal, Dormitorium = Schlafsaal; Kapitelsaal) sind Schul-, Hospital- und Wirtschaftsgebäude angegliedert; das Ganze bildete eine autarke, geschlossene Wirtschaftseinheit.
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