Keramik 2, die Erfindung der Lüster-Keramik ist der islam. Kunst zu verdanken (Bagdad, 9. Jh.), wobei das Lüsterdekor auf das glasierte und gebrannte Behältnis aufgemalt wurde, um es anschließend noch einmal zu brennen. Später fand diese Technik auch bei Fliesen Anwendung (Fundstellen bei Samara, 9. Jh.). Im Mittelalter verbreitete sich die Technik der Lüsterglasur auch in Europa, in Italien wurde sie 'Majolika' gen. (nach der Insel Mallorca, 14./15. Jh.), in Frankreich Fayence (nach Faenza). Erst im 17. Jh. konnte sich die Lüsterglasur in Deutschland gegen die Hafnerkeramik und das Steinzeug durchsetzen, um im 18. Jh. von dem Porzellan und Steingut wieder abgelöst zu werden. Ihre europ. Blüte erlebte die K. dann erst wieder im Jugendstil und beim Bauhaus. - Die ersten Erzeugnisse der Töpferkunst in China wurden im 3. Jt. v.Chr. hergestellt (Yangshao- und Lungshanstufe). Bleiglasuren wies bereits die K. der Shang- (-1,766 v.Chr. bis -1,122 v.Chr.) und der Hanzeit (-206 v.Chr. bis 220 n.Chr.) auf. Eine hochentwickelte Technik ließ in der Tangzeit (618/907) weißes Porzellan (Hsing-chou), grünglasierte Seladongattungen (Yüeh-chou) und mit Überlaufglasur versehenes Steingut entstehen. Das dünne, 'schattenblaue' (Yin-ch'ing), weiße Porzellan der Sungzeit gilt als Vorstufe des eigtl. Porzellans. Der Übernahme chin. Technik durch korean. Kunsthandwerker ist die Herstellung der Koryostücke zu verdanken. Auch die jap. Töpfer hatten chin. Vorbilder. Zu ihren berühmtesten Erzeugnissen zählt die Oribe- und Rakuware (Steinzeug) mit ihren rauhen Glasuren.
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