italienische Kunst 11, 20. Jahrhundert: Der Futurismus brach um 1910 radikal mit den erstarrten Traditionen des 19. Jh. und entwickelte eine aggressive Kunstsprache. Er forderte in letzter Konsequenz die Zerstörung aller alten und geltenden Werte, was einige seiner Vertreter (u.a. F.T. Marinetti) zum Faschismus Mussolinis trieb. Die Kunst während des Faschismus war ganz auf einen offiziell geförderten Neoklassizismus abgestellt, was bes. für die Architektur galt, die sich erst in den 50er und 60er Jahren zu moderner Bauweise entwickelte (L. Nervi, Sportpalast, Rom, 1958/1960; G. Ponti, Pirelliturm in Mailand, 1956/1959; G. Michelucci, Autobahnkirche bei Florenz, 1964). Die Grenze von Plastik und Malerei zw. Abstraktion und Konstruktion berührten nach 1945 L. Minguzzi, P. Consagra und L. Fontana mit ihren Arbeiten. Symbolist. Vorstellungen (Pittura metafisica u.a. von de Chirico und Morandi) und Zukunftserwartungen (bei den Futuristen U. Boccioni, C. Carrà) markierten die beiden Pole in der Malerei um 1910. Dem Rekurs auf Neoklassizismus ('Novecento') und Realismus (R. Guttuso) folgte nach 1945 auch in der i.K. die Öffnung zu internat. Stilen wie Abstraktion (A. Corpora, A. Magnelli), Pop- und Op-art und neuem Realismus (G. Baruchello).
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