Gartenkunst 2, die Gärten in Mitteleuropa waren bes. im Mittelalter reine Nutzgärten, erst in der Renaissance entwickelte sich der Garten zum Kunstwerk durch seine strenge Gliederung in Treppen, Terrassen, Statuen und Wasserbecken (etwa die Boboli-Gärten in Florenz, der Garten der Villa Doria-Pamphili in Rom und der Villa d'Este in Tivoli). Zur Zeit des Barocks prägte Frankreich die Entwicklung der G., insbes. durch den Gartenarchitekten A. Le Nôtre, der Garten und Schloß in ein Gesamtkonzept integrierte und die Natur nach streng symmetr. Achsensystemen strukturierte. Elemente des frz. Gartens sind Rabatten, Bildwerke, Steinvasen, Bassins, Irrgarten und Orangerie; zum Vorbild für Europa entwickelte sich die barocke Gartenanlage von Versailles. Bereits um 1730 wandelte sich die G. in England hin zum Landschaftsgarten, der durch geschwungene Wege, Rasenflächen und Baumgruppen charakterisiert ist. Pagoden, Tempel und künstliche Ruinen im engl. Garten sind chin. Einflüssen zu verdanken. Der engl. Garten dominierte im 19. Jh. die G. in Europa und den USA. Die G. der Gegenwart widmet sich bes. dem Problem der Stadtdurchgrünung (Gartenbauausstellungen als Modelle).
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