Friedhof, urspr. der umfriedete, mit Asylrecht versehene Raum um die Kirche, heute Stätte, an der die Toten bestattet werden; Gräber wurden seit dem Neolithikum in besonderen Bezirken angelegt. Der christl. F. wurde anfangs in Katakomben, später in und neben den Kirchen angelegt. In Italien wurde seit Ende des 13. Jh. die Form des Camposanto bevorzugt, wobei die Gräber übereinander in hohen, kreuzgangähnlichen Hallen aufbewahrt sind. Pest und Seuchen führten seit Ende des Mittelalters zur Trennung von Pfarrei und F., außerhalb der Wohngebiete wurden große Begräbnisstätten angelegt. Der Einfluß engl. Gartenarchitektur und der Romantik sorgten seit 1750 dafür, daß der F. einen parkähnlichen Charakter erhielt. Im 19. Jh. wurde der F. zudem mit monumentalen Grabhäusern und Skulpturen ausgestattet. Der jüd. F. dagegen kennt keinen Grabschmuck. Bedeutende Begräbnisstätten entstanden im Bereich der islam. Kultur, wie die Gräberstraße der Timuriden in Samarkand (15. Jh.), die Sulaiman-Moschee in Istanbul (16. Jh.) oder die Totenstadt bei der Grabmoschee des Eyüp in Istanbul.
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