Expressionismus, Begriff für eine künstler. Stilrichtung des frühen 20. Jh., bes. bedeutsam in Malerei und Graphik. Prinzipiell ist der E. eine Ausdruckskunst, die so direkt wie möglich die innere Verfaßtheit des Künstlers anschaulich machen will. Zeitlich ist dieser Begriff des E. in Europa zw. etwa 1905 und 1925 anzusiedeln. Vorläufer des E. waren Vincent van Gogh, Edvard Munch, Paul Gauguin, James Ensor, Hodler u.a. Der E. formierte sich bes. in Deutschland, Italien, Frankreich und Rußland und führte zur Bildung von Künstlervereinigungen wie 'Die Brücke' in Dresden und später Berlin (Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Mueller Otto, Emil Nolde, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff) und der 'Blaue Reiter' in München (Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Paul Klee, August Macke, Franz Marc, Gabriele Münter). Der E. ist auch in Skandinavien vertreten; Oskar Kokoschka ist der führende Vertreter in Österreich, in der Graphik sind es Alfred Kubin und Egon Schiele. Der frz.Fauvismus war eine verwandte Parallelerscheinung mit Matisse, Derain, Vlaminck u.a., mit Einflüssen nach Belgien, als dessen fläm. expressionist. Vertreter insbes. Constant Permeke und G.D. Smet zu nennen sind. Außerhalb der Schulen des dt. E. steht der Maler und Graphiker Max Beckmann, der die Stilrichtung bis zur Jahrhundertmitte weiterentwickelte. Ernst Barlach und Käthe Kollwitz sind als führende Vertreter der Plastik hervorgetreten, in der Architektur Erich Mendelsohn, Hans Poelzig, Bruno Taut.
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