Chor, urspr. kult. Tanzplatz und Bezeichnung für die Sänger, die kult. Schreittänze ausführten, aus der griech.Antike stammend. In den mittelalterlichen Kirchen wurde für den C. als Ort für Gesang und Gebet der Geistlichen als Verlängerung des Längsschiffes hinter dem Querschiff ein besonderer Raumabschnitt geschaffen. Der C. ist durch Apsis (rund oder polygonal) oder auch geraden Schluß geschlossen. Bestimmte liturg. Überlegungen führten zur Bereicherung der Form durch Nebenchöre, indem an den C. rechts und links Nebenräume angebaut wurden (Zellenchor; beim Staffelchor sind die Nebenchöre gestuft kürzer als der Hauptchor), indem auch die Seitenschiffe über das Querschiff hinaus fortgesetzt wurden und je eine Apsis erhielten (häufig der Dreiapsidenchor). Ist der C. schmaler als das auf ihn zulaufende Schiff, handelt es sich um einen eingezogenen C. Meist liegt der C. in den Kirchen im Osten, sie können einen zweiten im Westen erhalten (otton. Doppelchoranlagen), oder mit Querhaus. Architekton. ist der C. im Inneren durch einen Triumphbogen hervorgehoben, der ihn vom Langhaus oder der Vierung trennt. Häufig, v.a. bei vorhandenen Krypten, ist der C. durch Stufen gegenüber dem Langhaus erhöht. Die Dreikonchenanlage (oder auch der Dreikonchenchor) ist so gestaltet, daß Langhaus und Querhaus in gleich großen Apsiden münden.
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