Bogen, Konstruktion von Mauerwerk in gewölbter Form, zur Überdeckung von Öffnungen, zur Überwindung größerer Weiten (Brücken, Torhallen). Wie im Gewölbe herrschen im echten B. nur Druckspannungen, deshalb bei druckfestem Material zur Überspannung freier Weiten sehr geeignet. Der B. bildete sich sehr früh in der vorderasiat. Architektur (Babylon, Assur) heraus, in Indien v.a. in Holzkonstruktion (z.B. Reliefs aus Bharhut, Amaravati), in Etrurien aus behauenen Keilsteinen im Verband von Stadtbefestigungen (Porta all'Arco, Volterra). Der Rundbogen gelangte bes. bei den Römern zu hoher Vollendung (siehe Carcallathermen, Diokletianspalast, Konstantinsbasilika u.a.). An den Fassaden von Repräsentativbauten finden sich Keilschnittbogen aus Hausteinquadern (Kolosseum); ebenso für Aquädukte und Brücken, Stadt- und Straßentore (Porta Nigra, Trier). Im asiat. Raum kommt der Bogen v.a. in der sassanid. Kunst (seit 3. Jh.) vor (Taq-i-Kisra, Ktesiphon). Das Prinzip des Rundbogens zum Ausgang nehmend, wurde der B. in der folgenden Zeit in anderen Formen weiterentwickelt: der Kleeblatt-B. in der Spätromantik, der Flach-, Stich- oder Segment-B. in der Renaissance und im Barock, der Spitz-B. (überspitzt als Lanzett-B.) in der Gotik, als Kiel-B. in der Spätgotik (auch in der islam. Kunst). In der engl. Spätgotik ist der Vorhang-B. und Tudor-B. beliebt, der Korb-B. bes. im Barock. Die islam. Kunst bevorzugte den Hufeisen-B. Eine B.-Reihe wird als Arkade bezeichnet.
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