Bildhauerkunst (Bildhauerei, Bildnerei, Plastik, Skulptur), dritter Bereich der bildd. Kunst (neben Malerei und Graphik). - 1) Gesamtheit der dreidimensionalen, räumlichen Werke aus weichem Material (Ton, Wachs, Gips, Porzellan, Terrakotta) oder gegossen (aus Gold, Silber, im 20. Jh. auch Stahl, Eisen, Kunststoff) - die eigtl. 'Plastik' - und aus hartem Material (Granit, Marmor, Stein, Holz, Elfenbein, Jade) - die eigtl. 'Skulptur'; mit neuen Materialien (Aluminium, Kunststoffe, Schrott) entstehen auch neue Bearbeitungstechniken (Schweißen, Löten u.a). Nach Größe unterscheidet man Monumental- und Kleinplastik, nach Form Rund-, Vollplastik und Relief. - 2) allg. das künstler. Vermögen, plast. Werke zu schaffen. B. gab es schon in prähistor. Kulturen, z.B. Venusstatuetten, Kleinplastiken aus der Vogelherdhöhle (Jungpaläolithikum). Etwa im 3. Jt. v.Chr. entstand die Statue, in Architektur eingebunden und starr; in der antiken griech. Kultur wurde die Freifigur geschaffen (ebenso in der frühen Kunst des Nahen Ostens), die in Vollendung zur klass. Haltung des Kontraposts führte, der plast. Darstellung eines harmonisch sich bewegenden Körpers; im Christentum fast völlige Verdrängung der Vollplastik durch (in karoling. und otton. Zeit) Elfenbeinkunst (Buchdeckel) und Goldschmiedekunst (Reliquiare, Altarantependien) und daneben reliefgeschmückte Kirchentüren (Sankt Michael, Hildesheim, 1015); in der Romanik dominierte die Bauplastik (Kapitelle, Portale). Durch die von Chartres ausgehende Lösung der got. Skulptur von der Baukunst wurde die B. grundlegend erneuert. Es entstanden Mariendarstellungen wie die Pietà, die Schönen Madonnen, Grabmäler und Flügelaltäre (T. Riemenschneider, Veit Stoß); in der Renaissance-Plastik dann wieder Rückgriff auf die Antike durch Erschaffung von Reiterdenkmälern (Donatello, Verrocchio), Freifiguren u.a.; im Barock Vereinigung von B. mit Malerei und Architektur zum Gesamtkunstwerk. Daneben entwickelte sich in der B. das selbständige, repräsentative Denkmal (bes. im 19. Jh.). Im 20. Jh. verliert die Plastik oft ihren repräsentativen, figürlichen Charakter und verlagert sich von Menschenfiguren auf die Objektkunst; es finden sich jedoch ebenfalls (wie in der Antike, Gotik und im Barock) wieder bemalte Skulpturen als neoexpressionist. Holzplastiken oder als Metallplastiken.
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