Aristoteles, griech. Philosoph (-384 v.Chr. bis -322 v.Chr.), dessen Ideenlehre von der Welt des Alltags, von der Vielfalt der Erscheinungen ausgeht und von dem, was die Menschen darüber sagen und wissen. Seine ästhet. Lehre war von starker Wirkung, so bezog sich die Architekturtheorie der Renaissance auf seine in der 'Politeia' niedergelegten Ideen über den Städtebau. A. erzog den jungen König Alexander d.Gr., warnte diesen vor zu großer Liebe zu seiner Geliebten, verfiel deren Reizen selber, wurde von dieser verspottet und als Reittier benutzt. Diese Begebenheit wurde in der bildd. Kunst immer wieder verarbeitet, als Warnung vor der Macht der Frau, in der dt., frz., ital. Profan- und Sakralkunst: A. als Greis auf allen Vieren kriechend, auf seinem Rücken eine modisch gekleidete oder nackte Frau mit Peitsche (got. Kathedralplastiken; bes. häufig vorkommend an Misericordien der Chorgestühle, z.B. im Dom von Magdeburg; sowie in Graphiken des 15./16. Jh.).
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