abstrakte Kunst, gegenstandslose oder non-figurative Kunst. In der Bezeichnung 'Absolute Kunst' soll das rein Künstlerische ohne Relativierung gegenständlicher Darstellungsfunktionen hervorgehoben werden, in der Bezeichnung 'Konkrete Kunst' die reine Konkretisierung ihrer selbst (Kunst an sich). Die a.K. trat kurz vor dem 1. Weltkrieg in vereinzelten Ansätzen auf (Kupka, Kandinsky, Hölzel, Schmitthals, Ciurlionis u.a.) und fand in Kürze Verbreitung in Deutschland, Rußland, Frankreich und Holland (Blauer Reiter, Orphismus, Rayonismus, Suprematismus). W. Kandinsky wurde ihr erster gründlicher Theoretiker. Das 1910 in München entstandene Aquarell 'Improvisation' war Kandinskys erstes abstraktes Werk. Ohne Gegenstandsassoziationen zu ermöglichen, komponierte F. Kupka1909/1910 in Paris die ersten Studien flächig rhythmischer Farbkompositionen. Aus stark stilisierten Gegenstandsdarstellungen entwickelte der Holländer Piet Mondrian seit 1912/1913 geometrisch abstrakte Bilder. Hauptverbreitung fand die a.K. durch das Bauhaus, die Stijlgruppe, die Gruppe Abstraction-Création und American Abstract Artists in den 1920er und 1930er Jahren. Nach dem 2. Weltkrieg war die Ecole de Paris tonangebend. Heute lassen sich drei Haupttendenzen feststellen: 1. die informelle Kunst (Tachismus, abstrakter Expressionismus, Action painting, Écriture automatique), z.B. Pollock, Mathieu, Wols, Fautrier, Jorn u.a.; 2. die dekorative Richtung, z.B. Matisse; 3. ein Konstruktivismus, der zum Teil mit neuen Materialien und mit der Einbeziehung von Bewegung und Licht arbeitet.
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