Vietnamesische Kunst, Sammelbegriff für die Kunst verschiedener Völker (Vietnamesen, Cham, Thai- und Mon-Khmer-Gruppen), die auf dem heutigen Staatsgebiet Vietnams lebten oder noch leben. Die v.K. ist geprägt von chines. und ind. Einflüssen. Im Reich Champa, das sich entlang der Ostküste erstreckte, dominierten v.a. ind. Stilrichtungen in Architektur und Plastik; seit dem 7. Jh. entwickelten die Cham eine eigene, von der Kunst Javas inspierierte Bauweise für Tempeltürme (Kalan). Diese strenge Formensprache wurde im 10. Jh. von eleganteren Skulpturen abgelöst. Nach dem Ende der chines. Herrschaft über Nordvietnam konnte sich im 10. Jh. die eigtl. v.K. unter dem Einfluß des Buddhismus entwickeln; unter der Trandynastie (1225/1413) wurden prächtige Zitadellen angelegt (Thanh Hoa, 1397); königl. Grabbauten entstanden unter der späten Lêdynastie (1428/1527). Die aus dem 16-18. Jh. erhaltenen Pagoden, Tempel und Stupa weisen chines. Einflüsse auf; die Kunst der Nguyêndynastie (1802/1945) weist als herausragendes Zeugnis die Palaststadt in Huê auf, die nach dem Vorbild Pekings errichtet wurde.
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