Theater (griech.), 1) Schauspielkunst, Drama. -2) offener oder geschlossener Bau, in dem Theaterstücke aufgeführt werden. Der Ursprung des europ. T. liegt vermutl. im griech. Dionysos-Kult; aus den festl. Zeremonien zu Ehren des Dionysos entwickelten sich Komödie und Tragödie. Erste Aufführungen fanden auf dem Marktplatz in Athen statt, seit dem 5. Jh. v.Chr. im Athener Dionysos-Theater, das aus drei Teilen bestand: aus dem halbrunden Zuschauerraum mit ansteigenden Sitzreihen, aus der Orchestra, einem kreisrunden Tanzplatz, und aus der Skene, dem Bühnenbau, auf dem der gemalte Hintergrund (Skenographie) plaziert wurde. Die röm. T. waren den griech. ähnl. und wie diese aus Holz gebaut, erst -55 v.Chr. errichtete Pompeius in Rom das erste T. aus Stein. Als rein röm. Form gilt das Amphitheater. Im T. des Mittelalters dominierte das geistl. Spiel, der Architektur jener Zeit war der Theaterraum mit fester baul. Gestaltung fremd; öffentl. Plätze dienten den Aufführungen als Bühne. Erst in der italien. Renaissance wurde der feste T.raum wiederaufgenommen. Schloßbau und beginnende Barockoper des 17. Jh. läuteten dann die große Zeit des T. ein, die allerdings noch wesentl. Sache der Fürsten war. 1673 wurden erste Logen im Zuschauerraum eingebaut. Die bürgerl. Epoche des Klassizismus brachte entscheidende Veränderungen im Zuschauerraum: Um möglichst vielen Menschen opt. und akust. gleichwertige Plätze zu schaffen, bediente sich die Architektur wieder des Runds des antiken T. Zudem wurden Zuschauerraum und Bühne deutlicher getrennt. In Deutschland griffen zuerst Gilly und Schinkel im klassizist. geprägten Berliner Schauspielhaus (1818/1821) die frz. Ideen auf. Seit Mitte des 19. Jh. dominierten die Bürgertheater. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Theaterbau dann entscheidende neue Impulse.
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