Raum, 1) in der Philosophie der Ort alles Seienden und als solcher vielfach gedeutet. Die antike Atomistik nahm einen leeren R. an, in dem die Atome sich bewegen. Platon kam modernen Auffassungen nahe mit dem Satz vom ewigen 'Reich des R., das, keiner Vernichtung zugängl., allem Entstehenden eine Stätte gewährt und das ohne Sinneswahrnehmung erkannt wird'. Descartes setzte im 17. Jh. R. und Körper gleich in der Weise, daß die Materie den Raum stetig erfüllt. Leibniz ging weiter, indem er im R. nichts Substantielles sah, sondern nur die Vorstellung der Ordnung der zugleich seienden Erscheinungen. Kant schließl. verlegte den R. in das erkennende Subjekt als Form der inneren Anschauung und damit Bedingung mathemat. Naturerkenntnis. - 2) in der klass. Mathematik der dreidimensionale Bereich, wie er sich der menschl. Anschauung bietet (euklid. R.), in der modernen Mathematik jeder axiomat. definierte Körper von beliebiger Dimension und mit einer beliebigen Menge von Elementen (abstrakter R.). - 3) in der Physik das Wirkungsfeld der Naturgesetze und damit zunächst auch noch bei Newton der gewöhnl. Anschauungsraum, erst mit der Relativitätstheorie darüber hinausgreifend (R.-Zeit-Kontinuum, vierdimensionaler R.).
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