Naturalismus (lat.), 1) in der bildenden Kunst eine spezif. Ausformung des Realismus. Der N. bemüht sich um auf Objektivität und Naturtreue zielende Wiedergabe des Wahrgenommenen. Naturalist. Kunst findet sich schon im 5. Jh. v.Chr. (griech. Kunst; Zeuxis) und dokumentiert seit dem Mittelalter die allmähl. Entdeckung der Abbildfähigkeit von Natur und Umwelt. Das gilt insbes. für die holländ. Malerei des 17. Jh. In der dt. Malerei des späten 19. Jh. (W. Uhde, M. Liebermann), in der die Naturnähe als realist. Tendenz enthalten ist, wird die antiidealist. Richtung naturalist. Kunst manifestiert. - 2) in der Literatur eine gesamteurop. Bewegung zw. 1880 und 1900, die eine möglichst naturgetreue Abschilderung der Umwelt unter Ausschaltung von Phantasie und Stilisierung propagierte. Aus dieser Forderung ergab sich im N. u.a. die Verwendung von Mundart und Alltagssprache sowie eine illusionslose Darstellung der sozialen Wirklichkeit. Theoret. formuliert von Zolà, fand der N. in Deutschland seine Ausprägung u.a. durch Holz, Sundernmann, Halbe, Hauptmann.
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