moderne Architektur, Architektur des 20. Jh. nach Überwindung von Historismus und Eklektizismus des 19. Jh. Erste Beispiele der m.A. weist schon das 19. Jh. auf (Kristallpalast in London, Eiffel-Turm in Paris u.a.). Mit diesen modernen Bauwerken dominierte der techn. Ingenieurbau die stilist. Entwicklung der m.A. zu Beginn des 20. Jh. und begründete den Funktionalismus; in Deutschland vertreten durch die Architekten des Jugenstils (u.a. P. Behrens) durch den Dt. Werkbund und das Bauhaus und die niederländ. Bewegung de Stijl. V.a. Mies van der Rohe und Gropius bestimmten die dt. m.A. der 1920-er und 1930-er Jahre; typ. Beispiele ihrer Zweck-Architektur sind oft auf Stützen gestellte, weiß verputzte, mit Fensterbändern versehene Quaderbauten von strenger, kub. Form; so u.a. Berlin-Siemensstadt (1928/1931) oder einige Flachbauten wie das Bauhaus in Dessau (1925/1926). Großen Einfluß auf die m.A. hatte auch der frz.-schweizer. Baumeister Le Corbusier. In Deutschland und Italien brach 1933 die Entwicklung ab. Im übrigen Europa, in den USA, in Lateinamerika (O. Niemeyer), Japan (K. Tange) setzte sich dagegen seit ca. 1930 der Funktionalismus als 'internat. Stil' durch. Kennzeichen waren kub. Formen, Flachdach, kompositor. Asymmetrie, Fensterstreifen, heller Putz, das Fehlen von Schmuck und Ornamentik. Erst in den 1950-er Jahren wurde in Deutschland wieder in diesem Stil gebaut, so 1957 im Berliner Hansaviertel. Die durch dadurch begünstigte Konstruktion monotoner Hochhaussiedlungen und isolierter Schlafstädte widersprach einer funktionalen Stadtplanung (Verödung der Innenstädte, Verlust der Naturbindung, Aufbau sozialer Konfliktpotentiale u.a.). Der folgende Brutalismus änderte daran wenig; der Begriff wurde in England für das Spätwerk Le Corbusiers geprägt, der bevorzugt nach Verschalung unbehandelten, grob gemaserten Beton einsetzte. Es sind aber auch einige bemerkenswerte Bauten in diesem Stil realisiert worden: Le Corbusiers Wallfahrtskirche von Ronchamp (1952/1955), Scharouns Berliner Philharmonie (1960/1963) u.a. In den USA überwanden P. Johnson, E. Saarinen u.a. (sog. Formalisten) den Funktionalismus durch zweckfreie Formelemente; der amerikan. Post-Modernismus (R. Stern, C. Moore u.a.) strebte nach 'organ. Unordnung' durch historisierende Formensprache. Viele öffentl. Bauwerke dokumentieren heute die neue baul. Ästhetik, u.a. die Oper in Sydney (1959/1973), das Pariser Centre Pompidou (1973/1977), das Münchener Olympiazelt (1972; O. Behnisch).
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