Korea, ostasiat. Halbinsel zw. Gelbem und Japan. Meer, durch die K.straße von Japan getrennt. K. ist seit 1945 am 38. Breitengrad (Demarkationslinie) geteilt in zwei Staaten: 1) Volksrepublik K. (Nord-K.) nördl. der Demarkationslinie, 120 538 km², 21,8 Mio. Einw., Hauptstadt Pjongjang, Amtssprache Koreanisch. - Der N der VR K. grenzt mit Gebirgszügen (bis 2 744 m hoch) und den Flüssen Jalu und Tumen an Rußland und China. Nach S folgt eine Hochebene, die zum Gelben Meer in ein Tiefland absteigt, in dem sich die Bevölkerung um die Hauptstadt ballt. Offiz. ohne Religion, hängt dennoch ein großer Teil der Koreaner dem Buddhismus an. Die zentrale Planwirtschaft hat eine gewisse Industrialisierung geschaffen (Eisen, Maschinen, Fahrzeuge, Chemie, Schiffbau u.a.), die Landwirtschaft weist einen hohen Mechanisierungsgrad bei geringer Effektivität auf (Reis, Mais, Hirse, Getreide, Kartoffeln; Viehzucht). - Geschichte: Bis 1945 verlief die Entwicklung wie im S, erst die japan. Niederlage im Zweiten Weltkrieg spaltete das Land, das im N von der Roten Armee und im S von amerikan. Truppen besetzt wurde. Gemeinsame Wahlen scheiterten, und 1948 entstanden zwei korean. Staaten. Der Versuch Pjonjangs, den Süden zu erobern, wurde im Koreakrieg (1950/1953) vereitelt. K. entwickelte sich zu einem doktrinär marxist. Einparteienstaat, de facto zu einer persönl. Diktatur des Präsidenten Kim Il Sung, der seinen Sohn Kim Jong Il zum Nachfolger aufbaute und dem sowjet. Reformkurs (seit 1985) ablehnt. Wiedervereinigungsgespräche scheiterten immer wieder an seiner starren ideolog. Haltung. - 2) Republik K., 99 173 km², 43,2 Mio. Einw., Hauptstadt Seoul, Amtssprache Koreanisch. - Das Gebirge an der O-Küste setzt sich in K. fort, zweigt im Mittelteil nach SW ab und teilt K. in zwei Becken mit den Ballungsgebieten um Pusan und Taegu im SO und um die Hauptstadt mit dem Hafen Inchon im W; der S zerfranst in eine vielfältige Inselwelt. Die buddhist., konfuzianist. oder religionslose Bevölkerung im äußerst dicht besiedelten K. betreibt intensive Landwirtschaft (v.a. Reis-Terassenfeldbau, Getreide, Hülsebfrüchte, Soja, Tabak, Obst u.a.), doch müssen Nahrungsmittel eingeführt werden. Die Devisen erwirtschaftet eine aufstrebende Industrie (Elektronik, Schiffbau, Textilien, Spielwaren, Fahrzeuge; Bergbau: Steinkohle, Wismut, Wolfram u.a.). - Geschichte: Auf korean. Boden enstanden schon im Altertum verschiedene Reiche, die immer wieder dem chines., mongol. oder japan. Zugriff erlagen. Erst mit Übernahme der Macht durch die Yi-Dynastie 1392 bildete sich ein dauerhafter korean. Staat. Er schloß sich von der Außenwelt ab, wurde aber 1876 von Japan zur Öffnung einiger Handelshäfen gezwungen. K. sank in der Folge zu einem japan. Protektorat (1905) und schließl. unter Sturz der Yi-Dynastie zur japan. Provinz Chosen herab. Erst der Zusammenbruch Japans 1945 befreite K., das jedoch geteilt wurde. Der westl. orientierte S wurde danach kaum weniger autoritär regiert als der N; bis 1987 Militärregimes. Im Vorfeld der Olymp. Spiele von 1988 regte sich massiver Widerstand, der zum Sturz der Diktatur und zu leichter Liberalisierung führte. Durchgreifende Reformen aber wurden weiterhin unter Hinweis auf die Bedrohung aus dem N verweigert.
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