jüdische Musik, Gesamtheit der sakralen Tonkunstwerke jüd. Herkunft. Die Quellen der j.M. gehen auf bibl. Zeugnisse zurück. Die Instrumentierung dieser alttestamentar. Musik kannte Saiten- (Leier, Harfe), Blas- (Flöte, Tierhörner, Trompete, Schalmei) und Schlaginstrumente (Trommeln u.ä.). Um -1000 v.Chr. (König David) existierten bereits Tempelorchester, -chöre und akadem. -musiker. Nach dem Sturz des alten Reiches (70 n.Chr.) entstand der jüd. liturg. Gesang mit Psalmodie, Lectio und Hymnodik. Die Psalmodie (Singen der Psalmen) parallelisierte Melodie und Text mit Koloratur an Satzanfang, -mitte und -ende und dazwischen liegender Eintonlinie. Die Lectio (Bibelkantilation) erweiterte den formelhaften Psalmgesang durch systemat. und musikal. Leseakzente. Die nachbibl. Hymnodik (Gebetslyrik) bestand aus akzent. Wortdeklamation und freirezitativ. Melodien. Im 15. Jh. nahmen die Melodien unter span. Einwirkung eine stärkere Liedform an. Es entstand eine ornamentale Kantoralmusik (Blütezeit 16. und 18. Jh.), seit 1800 durch Oratorien (E. Bloch, D. Milhaud, A. Schönberg) oder Kantaten (M. Seter, K. Salomon, O. Partos u.a.). an die europ. Kunstmusik (Orgel, Synagogenchöre) angepaßt.
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