indische Philosophie, Gesamtheit der ind. Denktraditionen. Die i. Philosophie stand immer in enger Verbindung mit der Religion. Eth., metaphys. und kosmolog. Denken kreist um das Hauptthema der Erlösung des Menschen. Die i.P. entwickelte sich allmähl. von einem Götterpluralismus in eine monist. Richtung. In zw. -1000 und -750 v.Chr. entstandenen myth. Opfertexten (Brahmanas) setzte sich ein einheitl. kosmolog. Urprinzip durch. In den ersten philosoph. Traktaten (Upanischaden; zw. -750 bis -550 v.Chr. entstanden) findet sich dann eine deutl. monist. Ausrichtung. Das Absolute, der Gott der Schöpfung (Brahman), wird mit dem ewigen, göttl. Selbst des Menschen (Atman) gleichgesetzt. Die Grundlage der Lehre von der Seelenwanderung wird in der Einheit von Brahman und Atman gesehen. Zw. -500 v.Chr. und 1000 n.Chr. entwickelten sich in Auseinandersetzung mit dem Brahmanismus Erlösungslehren des Dschainismus und Buddhismus. Bis 1600 blieb die altind. Philosophie Grundlage des philosoph. Denkens. Erst im 19. und 20. Jh. beschäftigten sich ind. Philosophen wie Tagore, Radhakrischnan, Aurobindo u.a. mit europ. philosoph. Denken.
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