Imperialismus (lat. imperium 'Befehlsgewalt'), Streben eines Staates, seinen Machtbereich auf Kosten anderer auzudehnen. I. gab es zu allen Zeiten: vom Reich Alexanders des Großen über die Kreuzfahrer, span. Konquistadoren, Hitlers Lebensraumpolitik bis hin zu den großserb. Bestrebungen der 1990-er Jahre. Seine klass. Phase erlebte der I. jedoch nach Abschluß der überseeischen Entdeckungen in den beiden Jh. vor dem Ersten Weltkrieg. Träger waren v.a. die Briten mit der Eroberung ganzer Weltteile und die Franzosen unter Napoleon I. auf dem europ. Kontinent sowie unter Napoleon III. in Übersee. Mit einiger Verspätung folgten Deutschlnad, Italien und die USA. Die I. in dieser Phase stellte sich vornehml. als Kolonialismus dar, hinter dem Rohstoffsorgen und militär. Erwägungen standen. Nach 1918 wurde die koloniale Phase zunehmend von hegemonialen Bestrebungen abgelöst. Das nat.-soz. Deutschland zielte auf ein Europa unter dt. Führung, das faschist. Italien suchte die Beherrschung des Mittelmeeraums, Japan dominierte ganz SO-Asien. Seit dem Zusammenbruch dieser Staaten wurde der I. zu einem Instrument der Supermächte USA, die wirtschaftl. Abhängigkeiten schufen, und UdSSR, die einen Verband von Satellitenstaaten im Ostblock versammelte.
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