Gotik, europ. Stilepoche des Mittelalters in allen Kunstgattungen, in Frankreich etwa seit 1140, in England seit 1175 und in Deutschland etwa seit 1220. Die kulturellen Grundlagen der G. sind Scholastik und Mystik, der Geist der Kreuzzüge und das wachsende Selbstbewußtsein des Bürgertums. Die G. war vornehml. kirchl. Kunst (höchster Ausdruck in den Kathedralen) aber auch profaner bürgerl. Stil (Bürgerhäuser, Rathäuser, Burgen, Möbel u.a.). Die wichtigsten Merkmale der got. Baukunst. sind: Spitzbogen, Rippengewölbe, Strebewerk, Maßwerk, Triforium, Dienste, Netz- und Sterngewölbe, schlank, hoch aufstrebend. Beispiele sind Notre-Dame (Paris), die Kathedralen von Chartres, Reims, Amiens, das Straßburger Münster, der Kölner Dom, der Wiener Stephansdom, der Veitsdom in Prag, die engl. Kathedrale in Canterbury. Eine norddt. Sondererscheinung ist die Backstein-G. mit starker Vereinfachung der Form (z.B. Marienkirche, Lübeck). In der got. Plastik dominiert die freistehende, leicht gebeugte Figur (T. Riemenschneider), in der Malerei sind Glas-, Tafel- und Buchmalerei vorherrschend.
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