germanische Mythologie, Götter- und Glaubenswelt der Germanen. In der g. Mythologie waren Göttliches und Irdisches unauflösl. verwoben. Auch der Tod galt nicht als unüberwindl. Schranke zw. Diesseits und Jenseits. Die Germanen glaubten an ein Fortleben von Seele und Leib nach dem Tod bei Hel im Totenreich oder in Walhalla als Gefährten der Götter. Sie gaben daher den Verstorbenen Lebensmittel, Waffen, Schmuck u.a. in das Grab. Verehrt wurden die großen Naturgewalten (Sonne, Feuer, Wasser, Erde), denen man tierische und pflanzl. Opfer brachte; eine bes. Priesterkaste existierte nicht. Die Götterwelt zerfiel in die guten Asen und die bösen Riesen, deren fortdauernder Kampf schließl. mit dem größten Weltenbrand (Götterdämmerung) und der Entstehung einer besseren Welt endigen sollte. Hauptgötter waren Windgott Wotan (nord. Odin), Gewittergott Thor, Kriegsgott Ziu, Frühlingsgott Baldur, Dämon Loki und Wotans Gemahlin Frigg (Freia). Daneben spielten zahlr. Natur- und Elementargeister, Riesen, Zwerge, Nymphen, Berg- und Wassergeister eine Rolle. Verehrt wurden die Götter v.a. in heiligen Hainen.
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