Expressionismus (lat. expressio 'Ausdruck'), Stilrichtung des frühen 20. Jh., die alle Künste umfaßte. Unter E. wird künstler. Schaffen aus unmittelbarem innerem Erleben verstanden. 1. Bildende Kunst: Vereinfachende Zeichnung, Flächigkeit und starke Farbkontraste sind die wesentl. bildner. Mittel der Expressionisten. In Deutschland nahm der E. mit der Künstlervereinigung 'Die Brücke' (1905) seinen Anfang. In seiner Zeitschrift 'Der Sturm' prägte H. Walden 1911 den Begriff E. ganz allg. für die europ. Kunstrichtungen seiner Zeit. - 2. Literatur: Der literar. E. entwickelte sich - auf Deutschland beschränkt - zw. 1910 und 1925. Eine Sprache, die häufig die Grenzen von Grammatik, Syntax und Sprachlogik sprengt, ist sein Kennzeichen. - 3. Theater: Die Revolte gegen das bürgerl.-rationale Weltbild erforderte im Bereich des Theaters eine neue Dramaturgie. Visionär gestaltete Bühnenbilder, ekstat. Steigerung von Ton und Gestik wurden für das expressionist. Theater bezeichnend. - 4. Musik: Kennzeichnend für den E. ist die Loslösung der musikal. Elemente aus überkommenen Bindungen, Melodik und Harmonik lösen sich endgültig aus der Tonalität. - 5. Film: Effektvoller Einsatz des Lichts, gemalte Kulissen und ungewöhnl. Perspektiven sollen im film. E. eine extreme Künstlichkeit und Verzerrung schaffen als Symbol für die innere Verfassung des unbehausten Menschen.
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