englische Literatur, Sammelbez. für die literar. Kunstwerke der brit. Inseln in engl. Sprache. Früheste Zeugnisse der e.L. sind Gesetzestexte und Sprüche. Nach der Christianisierung folgte religiöse Versdichtung im Stabreim wie Caedmons (+um 680) Schöpfungshymnus und die Legendenepen Cynewulfs (2. Hälfte 8. Jh.). Das weltl. Epos 'Beowulf' (um 730) formte german. Sagengut an antiker Tradition. Nach der normann. Eroberung (1066) nahm die mittelalterl. e.L. roman. Wort- und Bildungsgut auf. Ihren Höhepunkt erlebte sie in den burlesken 'Canterbury Tales' von Chaucer (Ende 14. Jh.). Mit der Bibelübersetzung Wyclifs begann zur selben Zeit eine volkstüml. geistl. Literatur mit weitreichender Wirkung. Hauptrepräsentant des Humanismus war der Dichter und Politiker Th. Morus mit seiner 'Utopia' über das ideale Staatswesen. Den nächsten Gipfel lieferte das Theater des elisabethan. Zeitalters: Tragödiendichter wie Lyly, Greene und Marlowe bereiteten den Weg für Shakespeare, der um 1600 die e.L. zur führenden der Welt machte und dessen Dramen bis heute nichts an Frische verloren haben. Ihm folgte der Epiker Milton mit seinem 'Verlorenen Paradies' (Mitte 17. Jh.). Das 18. Jh. bescherte der e.L. eine wachsnede Vielfalt durch Versatiren von A. Pope, phantast. Abenteuerromane wie 'Gullivers Reisen' von Swift, Dokumentarromanen wie 'Robinsoe Crusoe' von Defoe, den 'Tom Jones' von Fielding oder die Sittenromane der Jane Austen. Wie auf dem Festland setzte um 1800 eine Wende zum Romantischen ein, Hauptautoren W. Scott, der Meister des histor. Romans, der Lyriker W. Blake und Lord Byron, dessen bizarres Leben und Werk gleichermaßen fesselten. Dem folgte im viktorian. Zeitalter eine Ruhe- und Reifephase (u.a. Tennyson, Browning, Swinburne oder die Brontë-Schwestern), die abgelöst wurde durch sozialkrit. Ansätze z.B. bei Dickens (u.a. 'Oliver Twist') oder Thackeray, satir. eingekleidet u.a. bei O. Wilde in seinen Gesellschaftkomödien. Das 20. Jh. prägten Romanciers wie Priestley, Galsworthy ('Die Forsythe Saga'), der Visionär Orwell ('1984') oder der Ire Joyce ('Ulysses'), Vollender des Inneren Monologs; die Short Story erreichte ihren Höhepunkt mit Katherine Mansfield. Das Theater dominierten satir.-sezierende J.B. Shaw, T.S. Eliot ('Mord im Dom'), Maugham und später Osborne ('Blick zurück im Zorn'), Pinter u.a., die Lyrik der myth. Symbolismus eines Yeats, der Imaginismus eines Pound oder die polit. engagierte Dichtung eines Dylan Thomas.
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