Emigration (lat.), freiwillige oder erzwungene Auswanderung aus dem Heimatland aus religiösen, polit., wirtschaftl. oder rass. Gründen. In der Neuzeit kam es mehrfach zu Massen-E. (z.B. Hugenotten), wobei v.a. die Flucht des Adels, der hohen Geistlichkeit und reicher Bürger aus dem revolutionären und napoleon. Frankreich (1789/1815) erstmals ausdrückl. als E. bezeichnet wurde. In umgekehrter Richtung bewegte sich seit 1815 die E. aus Deutschland und Italien als Reaktion auf die Restauration Metternichs. Wenig später löste das Scheitern des poln. Aufstands und der Revolution von 1848 weitere E.-Wellen aus. Sozialisten und Anarchisten folgten in der 2. Hälfte des 19. Jh., wobei wegen des Liberalitätsgefälles eine O-W-Fluchtrichtung zu beobachten war. Die E.-Ströme des 20. Jh. sind im einzelnen nicht aufzählbar, bedeutend v.a. war die E. aus dem nat.-soz. Deutschland (1933/1945). Neben ca. 35 000 polit. Flüchtlingen emigrierten bis 1941 etwa 500,000 Menschen, meist Juden, wegen rass. Verfolgung. Nach dem Krieg setzte dann ein Dauer-E. aus den sozialist. Staaten in den W ein.
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