Dreißigjähriger Krieg, Konflikt fast aller europ. Mächte im 17. Jh., der von den Gegensätzen zw. protestant. und kath. Fürsten in Deutschland seinen Ausgang nahm, und sich in langwierigen, verheerenden Feldzügen wegen polit. und dynast. Interessen jahrzehntelang hinzog. Kriegsparteien waren die von Habsburg geführte Liga der kath. Fürsten und die protestant. Union, die von Dänemark, Schweden und Frankreich unterstützt wurde. Der D. begann 1618 mit einem Aufstand Böhmens gegen die Habsburger (Prager Fenstersturz), setzte sich 1623/1630 mit der dän. Intervention auf protestant. Seite fort und wurde mit dem Eingreifen der Schweden (1630) und Franzosen (1635) endgültig internationalisiert. Die bedeutendsten Heerführer waren auf seiten der Liga Tilly und Wallenstein, auf seiten der Union Bernhard von Weimar, Hoorn und der schwed. König Gustav II. Adolf. Nach ständig wechselndem Kriegsglück schlossen die erschöpften Parteien 1648 in Münster und Osnabrück den Westfäl. Frieden. Das Ergebnis war die Festschreibung der territorialen und polit. Zersplitterung des Dt. Reiches und der Großmachtrolle Schwedens, Frankreichs und der Niederlande. Deutschland war wirtschaftl. und kulturell auf Generationen verwüstet und hatte ein Drittel seiner Bevölkerung durch Kriegshandlungen, Hunger und Seuchen verloren.
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