deutsche Sprache, in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Gebieten der USA, Rußlands und Rumäniens gesprochenes Idiom (ca. 110 Mio. Sprecher). Wie viele Sprachen von Island bis Indien geht die d.S. auf eine gemeinsame Grundsprache, das Indogermanische, zurück. Zunächst entstand die ur- oder gemeingerman. Sprache, die gemeinsame Vorform aller german. Sprachen im N- und NW-Raum durch Festlegung der früher wandernden Betonung der Wörter auf die erste Silbe und die damit verbundene erste oder german. Lautverschiebung bes. der Verschlußlaute u.a. zu Reibelauten. Diese Entwicklung war noch vor der Begegnung mit den Römern um -500 v.Chr. abgeschlossen. Vom Gemeingerman. kennen wir nur einzelne Wörter; erst für das Althochdt. gibt es ausreichende schriftl. Zeugnisse (v.a. seit dem 8. Jh. n.Chr.). Von den anderen german. Sprachen unterschied sich das aus dem Westgerman. gewachsene Althochdt. durch die zweite oder hochdt. Lautverschiebung, die von S her das Konsonantensystem veränderte; der N des Sprachgebiets wurde dagegen Wiege der Neubewertung der Vokale. Hochdt. bedeutet daher für die damalige Zeit nicht eine Einheitssprache, sondern einen Sammelbegriff für die Dialekte der höher gelegenen dt. Regionen (Rhein-, Main- und Ostfränkisch, Bayrisch und Alemannisch). Das gilt auch noch für das folgende Mittelhochdt. (seit ca. 1050), gekennzeichnet v.a. durch Abschwächung oder Verlust von End- und Nebensilben. Der Übergang zum Neuhochdt. war fließend; seit etwa 1350 setzte die Entwicklung hörbar ein durch die sog. Diphtongierung (Aufspaltung langer Vokale in Doppelvokale: 'mîn nüwes hûs' wird 'mein neues Haus') und die Gegenbewegung der Monophtongierung ('guët' zu 'gut' u.a.). Wieder aber war die Entwicklung im Nieder- und Oberdt. uneinheitlich. Die Erfindung des Buchdrucks und die religiöse Revolution in Gestalt der 'dt.' Reformation (15./16. Jh.) förderten dann die Bildung einer überregional verständl. d.S. Luthers Bibelübersetzung (1522/1534) auf der Basis der sächsischen Kanzleisprache wurde zum Motor dieser Entwicklung. Die kulturelle Zersplitterung aber war auch damit nur allmähl. zu überwinden, und bis es zur heutigen Einheit in Rechtschreibung, Formenlehre und Aussprache kommen konnte, mußte erst der polit. Prozeß weitergedeihen und mit der industriellen Revolution eine ungekannte Mobilität der Gesellschaft einsetzen.
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