Wolf, Markus Johannes, *Hechingen 19.1.1923 - Der Sohn des Arztes und Schriftstellers Friedrich Wolf (*Neuwied am Rhein 23.12.1888, +Lehnitz 5.10.1953) emigrierte 1933 mit den Eltern und lebte 1934/1945 in der Sowjetunion. 1942 wurde er Mitglied der KPdSU, 1946 Mitglied der SED. Er arbeitete nach dem Krieg zunächst im Berliner Rundfunk, dann im diplomatischen Dienst der DDR. 1951 wurde Wolf zum Leiter des 'Instituts für Wirtschaftswissenschaftliche Forschung', einer Spionageorganisation, im DDR-Außenministerium ernannt. 1952 wechselte Wolf zur Stasi und erhielt 1956 die Leitung der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA), in der v.a. Spionage gegen die Bundesrepublik betrieben wurde. Die Tätigkeit seiner 'sozialistischen Kundschafter an der unsichtbaren Front' wurde dabei keineswegs verheimlicht, und Wolf sonnte sich gern öffentlich in den Erfolgen seiner Truppe. Bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst 1986 erklomm er hohe militärische Ränge, zuletzt (1980) den eines Generalobersten. Nach Zusammenbruch der DDR entzog er sich einem Haftbefehl durch Flucht in die UdSSR, kehrte aber bereits 1991 wieder zurück. 1993 wurde Wolf vom Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Landesverrats zu 6 Jahren Haft verurteilt, das Urteil 1995 durch den BGH aufgehoben. 1997 wegen Freiheitsberaubung zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Zahlreiche Veröffentlichungen über seine Tätigkeit, ohne ehemalige Mitarbeiter preiszugeben. 1998 drei Tage Beugehaft wegen Aussageverweigerung in einem Spionageprozeß.
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