Vertreibung, die von den Alliierten schon auf der Konferenz von Teheran Ende 1943 beschlossene Westverschiebung Polens zugunsten der UdSSR und zu Lasten Deutschlands war nur durch Aussiedlung der in den deutschen Ostgebieten lebenden Bevölkerung zu erreichen. Ein großer Teil der Menschen dort war schon bei Herannahen der Roten Armee Anfang 1945 geflohen, die anderen wurden vertrieben. Zwar bestimmte das Potsdamer Abkommen, daß dies in 'geordneter und humaner Weise' zu geschehen habe, doch waren zu diesem Zeitpunkt schon die meisten Ostdeutschen zum Verlassen der Heimat gezwungen worden und das unter Umständen, die den barbarischen Methoden der deutschen Besatzer in den Ländern Europas kaum nachstanden. Von den insgesamt 19.7 Mio. Deutschen östlich der Oder-Neiße-Linie und in Ost- und Südosteuropa, kamen bis 1950 fast 12 Mio. nach Westdeutschland und 4.4 Mio. in die DDR (von wo sie meist als Sowjetzonen-Flüchtlinge nach Westen weiterzogen). Sie hatten fast alle ihre gesamte Habe verloren; 2 Mio. verloren auch ihr Leben während der Vertreibung, in der sich aufgestauter Haß entlud, aber auch planmäßig mit tödlicher Brutalität zur Abschreckung von Rückkehrwilligen vorgegangen wurde. In der Bundesrepublik erhielten die Vertriebenen durch Gesetz vom 19.5.1953 einen besonderen Rechtsstatus und Hilfen nach dem am 14.8.1952 erlassenen Lastenausgleichs-Gesetz; sie hatten schon 1950 in einer 'Charta der Heimatvertriebenen' ausdrücklich auf Vergeltung verzichtet; ihre Verbände jedoch halten zumeist bis heute an der Forderung nach - friedlicher - Wiedergewinnung der Grenzen von 1937 fest.
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