Ulbricht 2, Obwohl nach Bildung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) formal hinter deren ersten Vorsitzenden Pieck und Grotewohl rangierend, war Ulbricht der wahre Machthaber, was sich 1950 in seiner Ernennung zum Generalsekretär (1953 Erster Sekretär) der Partei ausdrückte. Er nutzte den Aufstand vom Siebzehnten Juni 1953 (Juniaufstand) zur schrittweisen Entmachtung von Rivalen wie Schirdewan und zur Auschaltung von Kritikern wie Harig. 1960 übernahm er auch den Vorsitz im Staatsrat und im Nationalen Verteidigunsgrat (NVR) und übte de facto eine persönliche Diktatur aus. Auf ihn ging der Beschluß zur Errichtung der Berliner Mauer ebenso zurück wie der Ausbau der Stasi. Gegen die Machtfülle Ulbrichts sammelte sich Unmut, der sich am 3.5.1971 auf der 16. ZK-Tagung entlud, als ihn die Kritiker um seinen 'Ziehsohn' Honecker 'aus Altergründen' zum Rücktritt zwangen. Er blieb nominell Staatsratsvorsitzender und einflußloser (Ehren-) Vorsitzender der Partei.
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