Strauß, Franz Josef, *München 6.9.1915, +Regensburg 3.10.1988 - Der aus einer Metzgerfamilie stammende Historiker und Philologe Strauß wurde zu einem der umstrittendsten Politiker der Bundesrepublik: 1945 gehörte er zu den Gründern der Christlich-Sozialen Union (CSU), für die er 1949 in den Bundestag einzog. Schon als Bundesminister für besondere Aufgaben (1953/1955) und Atomminister 1955/1956 enger Berater Adenauers, wurde er von diesem 1956 zum Nachfolger des glücklosen Blank als Verteidigungsminister berufen. Wegen seines massiven Eintretens für eine Politik der Stärke und undurchsichtiger Affären (Onkel Aloys, Panzerketten-Affäre, Fibag-Affäre) zog er sich die Kritik der liberalen Presse zu und mußte nach dem mißlungenen Befreiungsschlag der Spiegel-Affäre 1962 zurücktreten. 1961 Vorsitzender der CSU geworden, konnte Strauß sein Comeback schon in der Großen Koalition (1966/1969) einfädeln, der er als Finanzminister diente und in der er mit dem SPD-Kollegen Schiller ein populäres Gespann bildete. In der Zeit der sozialliberalen Koalition (1969/1982) war Strauß der schärfste Kritiker der Reform- und der Ostpolitik. 1978 zum bayerischen Ministerpräsidenten aufgestiegen, machte er 1980 Kohl die Kanzlerkandidatur streitig, unterlag aber deutlich gegen Bundeskanzler Schmidt. In die Regierung Kohl trat Strauß 1982 nicht ein, sondern profilierte sich eher als ihr rechtskonservativer Kritiker und betrieb auf der Basis vorzüglicher internationaler Kontakte (u.a. zu Peking sowie zu Honecker und Schalck-Golodkowski) eine Art Nebenaußenpolitik.
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